Bau einer Igelburg

Igelburg am Haselbusch im Sommer

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Bauzeit ca. 6 .. 8Stunden

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1. Einleitung:Eine vielfältige Bepflanzung, gedeckte Wege im Unterholz sowie ein durchschnittenes Geländeprofil  sind günstig für Igel. Wie sieht das in der Praxis aus? Lassen sich unsere heutigen Vorstellungen von Ordnung und Aussehen in einem Garten auf den Lebensraum eines Igels projizieren? Sicherlich! Ausgewählte Ecken bleiben im Garten etwas natürlicher - nicht so steril. Manche sagen auch  „Dreck-Ecken“ dazu. Ohne Frage sichern diese das Überleben vieler Kleintiere, somit auch von Futtertieren der Igel bis hin zu den Überwinterungsquartieren selbst. So auch bei uns.

Nachdem wir erste Anzeichen dieser kleinen Schnaufer bemerkten haben wir viel bewusster Einfluss auf die Gestaltung möglicher Überwinterungsplätze genommen. Das Laub, bei uns besonders die Mengen einer stattlichen Ulme wurden benutzt, künstlich erzeugte Höhlen aus Brettern  und Körben zu umschütten. Das allein ist ausreichend, wenn man darauf achtet, dass etwas Regenschutz über die Haufen gelegt wird. Das kann eine Folie wie auch eine umgedrehte Schubkarre sein. Es wurden von Jahr zu Jahr mehr Igel. Unsere Nachbarn teilten diese Meinung. Es scheint, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Wir legten die Haufen in einer windgeschützten Ecke an, die uns zugleich auch als Ruhigste erschien. Im Winter bzw. im Frühjahr nicht der prallen Sonne und damit der vorzeitigen Erwärmung ausgesetzt, sollte sich das positiv auf die Igel-Überwinterung auswirken.

Irgendwann kam die Idee auf, etwas Festes zu bauen. Grundgedanke waren die Hinweise verschiedener Quellen, dass der Igel nicht allzu viel Platz benötigt, sich in kleinste Spalten in Holzschobern quetschen kann und in der Natur viel in und unter hohlen Baumstämmen überwintert. Dabei aus Laub und anderen Dingen sich eine Art Nest zurechtdrückt sowie den Eingang mit dem gleichen Material verschließt.

Also wurde eine Höhle, die Igelburg mit ca. 40x40 angedacht – die Maße wurden später dem zur Verfügung stehenden Material und der besseren Optik wegen angepasst.

                        Anfang

Eingang

Front

Herbst

Eingang

Frontansicht

 

Das Konzept Das Konzept der Igelburg erinnert an einen Eisenbahnwagon mit Halbrunddach. Das war die erste Aufgabenstellung, die es zu lösen galt. Mit dem Halbrunddach versprach ich mir mehr Vorteile, als mit einem Flachdach. Auch sieht es gefälliger aus. Das halbrunde Dach anzufertigen wurde Dank von wasserfesten verleimten Brettchen 60x6 eines ausgedienten Latten-Aufliegers (Bett) relativ einfach ermöglicht. Ein allseitiger angepasster Dachüberstand ist aus praktischen und optischen Gründen zweckmäßig. Der seitliche Überstand an den Längsseiten sollte daraufhin abgeprüft werden, dass die Brettchen als Ganzes aufgehen, aber gleichzeitig sich mit genügend  „Fleisch“ befestigen lassen. Am besten die Brettchen vorher auslegen, darüber kann man die Breite der Igelburg abschätzen falls Sie andere Brettchen-Maße für den Dachbogen benutzen müssen.

Igel schieben Ihren Eingang vor dem Winterschlaf zu, das hatten wir gelesen. Dazu ist eine Art Röhre bestens geeignet. Die Eingangsröhre wurde über einen gelegten kurzen Steinvorbau am Eingang der Igelburg gelöst. Eine Nachbildung aus Holz erschien zu aufwendig. Um über die Sommermonate eine akzeptable Frontpartie der Igelburg zu sehen, wurde der Eingang mit einem zusätzlichen Bogen optisch aufgewertet.

Wir beobachteten eines Tages den von innen zugeschobenen Eingang. Natürlich wurde zuvor reichlich entsprechendes Material wie Hobelspäne, dünnste Hölzchen vom Reisig und trockenem Laub zum Nestaufbau eingebracht.

Durch die Abdeckung des Halbrunds mit Dachpappe wird das Innere ausreichend trocken gehalten. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, zumindest vermuten wir das, die innere Decke mit einer 30 bis 40er Schaumpolystyrol-Platte zu dämmen. Das aufgeschüttete Laub über und um die Igelburg sackt im Verlauf des Winters naturgemäß zusammen. So verbleibt doch eine gewisse Dämmung nach oben.

Aufbau

Nachdem die Maße des Dachbogens abgeschätzt sind und die Breite der Stirnseite bekannt ist wird wie folgt fortgesetzt:

1.) Die Anfertigung der beiden Stirnseiten als Rechteckform steht als erstes auf dem Programm. Jeweils aus 3 Stück 90er Brettern, 19mm stark, wird die Stirnseite zusammengefügt. Dazu werden die 3 Bretter mit zwei weiteren Brettern oder Leisten s. Bild zusammengenagelt. Das Halbrund angezeichnet und mit der Stichsäge ausgesägt. Fertig sind die Stirnseiten.

2.) - Den Bogen des Daches anzeichnen? - Am besten mit einem verlängertem Schnurzirkel oder Freihand. Anschließend noch den Eingang aussägen. Die Form des ausgesägten Eingangs wird auf ein zusätzliches Brett übertragen. Diese Form wird im Abstand von ca. 3 bis 4cm vergrößert nachgezeichnet. Anschließend dieses fette „U“ Aussägen (Zier-Eingangsrahmen) und wie im Foto ersichtlich als Verstärkung befestigen.

3.) Längsseiten: Nun wird mit dem Zusägen und Verschrauben der Längsseiten sowie des Daches fortgesetzt.

4.) Die Schaumpolystyrol-Platte wird passend geschnitten und bis zum Anschlag an die Decke eingelegt. Fixiert wird die Platte durch zwei von außen festgeschraubte Leisten.

5.) Wer möchte kann noch einen unteren Rahmen am Sockel anbringen. Dieses sieht gefälliger aus. Um das Holz gegen aufsteigende Nässe zu sichern, wurde der untere Rahmen mit Dachpappe benagelt.

6.) Zum Schluss wird mit Dachpappe ca. 400x555 eingedeckt. Entlang der Mittel-Linie der 19mm Seiten- und Stirnbretter wird die Pappe angenagelt.

                         Anfang

Innen

Innen zum Füllen

Rückwand

Stabilisierung Stirnseiten

Innenraum mit Laub u.ä. füllen

Rückseite

 

Anm.: Die Brettchen der Lattenroste sind etwas gebogen. Durch das Anschrauben wird die Krümmung verringert. Was noch verbleibt, ist auf die Qualität der Bedeckung ohne Bedeutung.

Vor der Herbstperiode Ende September, Mitte Oktober wird das Innere kontrolliert und gesäubert. Kleintiere nehmen die Behausung gern an. Aber für die war eigentlich das Insektenhotel angedacht. Aus Berichten war uns bekannt, dass eine Igelburg nicht sofort im ersten Jahr angenommen wird. So waren wir umso zufriedener, als wir bemerkten, dass der Eingang zugeschoben war. Zugegeben, wir haben Ihn oder Sie nicht direkt beobachten können, aber die Begleitumstände sprachen für sich. Da wir nicht wissen wie viele uns beehren oder beehren werden, haben wir die bisherigen Methoden des Höhlenbaus als Reserve beibehalten. Natürlich räumen wir diese Haufen erst spät im Frühjahr auf. „So hat man eine gute Ausrede…“

Wir wünschen viel Erfolg beim Nachmachen – und keine Angst - etwas gezielte Unordnung ist immer akzeptiert. Das nächtliche Grunzen, Schmatzen, Schnaufen… oder wenn auf der Terrasse gar nicht scheu die Igel zwischen den Beinen durchflitzen, ist die Belohnung.

Tschüss und Toi, Toi, Toi

                                                                                                              Ihr Rudi

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P.S.: Anmerkungen

In jedem Falle:   Bitte keine Milch geben – das bringt Igel um!

Für Notfälle  http://www.igelnothilfe.de

Gedanken: Die Lebensräume der Igel sind in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend beschnitten worden. Gleichzeitig kommt es durch das wachsende Verkehrsaufkommen zu weiteren Verlusten. Vergiftungen, z.B.: Durch vergiftete Insekten oder Schnecken wirken sich gleichfalls negativ auf die Reproduktion aus. Parasiten etc. können leichter schädigen.

Eine igelfreundliche Gestaltung, die sich durch eine Deckung gebende artenreiche Bepflanzung mit Stauden, Strauchwerk und gemischten Gehölzbewuchs (Laubhölzer) sowie mit einer vielfältigen Futterinsektenbildung auszeichnen, entsprechen nicht immer der Gartenauffassung nach „Bilderbuch und Co.“. Unterschlupfmöglichkeiten oder Überwinterungsplätze in Form von alten Schuppen, vergessene Haufen mit Gartenresten, frei stehende Kompostanlagen, Mauern, Baumstümpfen, Holzschobern werden weniger. Mit geringem Aufwand kann man den Igeln entgegenkommen.

Wir haben angefangen und können mit Erfolg sagen: Nach 7 Jahren der Grundstücksgestaltung verzeichnen wir regelmäßige Igelbesuche.

- Gutes Gelingen -

    

 


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